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Teure Handyrechnung – Deutschland belegt im EU-Vergleich den letzten Platz

Teure HandyrechnungTeure Handyrechnung – Deutschland belegt im EU-Vergleich den letzten Platz

Hierzulande sind Mobilfunkverträge vergleichsweise teuer. Darauf verweist eine aktuelle Studie, die das Preis-Leistungs-Verhältnis der Handynutzung in mehreren EU-Ländern beleuchtet.
Bei dieser Untersuchung belegt Deutschland den letzten Platz und hinterlässt auch im weltweiten Vergleich keinen guten Eindruck.

Langsame Datengeschwindigkeit für viel Geld

Zu langsame Datengeschwindigkeit zu überteuerten Preisen. Diese Kritik müssen sich Tarifanbieter von deutschen Verbrauchern gefallen lassen.

Die Untersuchung von Speedcheck nahm Mobilfunkpreise in Verbindung zur verfügbaren Geschwindigkeit unter die Lupe.

Grundlage ist der sogenannte Speed-Price-Index bzw. SPI, der deutsche Angebote auf internationaler und europäischer Ebene vergleicht.

Langsame Datengeschwindigkeit
Zu langsame Datengeschwindigkeit zu überteuerten Preisen

Eine durchwachsene Bewertung im weltweiten Vergleich

Das Resultat: Im internationalen Vergleich erhält Deutschland nur eine durchwachsene Bewertung. Von insgesamt 89 Ländern rangiert Deutschland auf Platz 27. Israel punktet im internationalen Vergleich mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zudem erzielen auch Länder wie Russland oder Fidschi-Inseln gute Ergebnisse.

Noch aufschlussreicher ist der europäische Vergleich, bei dem Deutschland auf Rang 18 von insgesamt 18 untersuchten Ländern landet. Dem deutschen Handynetz mangelt es zwar nicht an Geschwindigkeit. Doch dafür ist das Netz recht teuer. Mit einer Speed von 21,88 Megabit je Sekunde bewegt sich Deutschland im EU-Vergleich im Mittelfeld. Doch der Preis ist mit durchschnittlichen 3,87 US-Dollar je Gigabyte vergleichsweise teuer und wesentlich höher als in zahlreichen anderen EU-Ländern. Italiener müssen für eine ähnliche Geschwindigkeit nur 41 Cent bezahlen.

Mittel und Wege für ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

In den Augen von Dr. Frederick Lipfert als einem Autor der Studie sind die in Deutschland bestehenden hohen Preise beispielsweise der Tatsache geschuldet, dass Mobilfunkanbieter hierzulande in den vergangenen 20 Jahren recht hohe Summen für eine Frequenzvergabe bezahlen mussten.

Entsprechende Kosten werden 1:1 an die Kunden weitergeleitet.

Zugleich warnt der Spezialist davor, auch für die neue 6G-Generation noch einmal den gleichen Fehler zu machen. In seinen Augen ist es die Aufgabe der Regierung, eine Frequenz-Vergabe für 6G besonders günstig anzubieten. Dadurch könnte Deutschland ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen.

Anteilig geringe Kosten für Europäer

Andere Spezialisten zweifeln hingegen die Korrektheit der Untersuchung an. Wie Guido Heitmann als Sprecher von O2 betont, ist es schwierig, alle zur Studie gehörigen Länder miteinander zu vergleichen. Kosten für Mobilfunkanbieter und Haushaltseinkommen einzelner Länder würden sich massiv unterscheiden.

Seiner Meinung nach bleibt in dem Vergleich beispielsweise unberücksichtigt, dass die Menschen in Europa im direkten Vergleich nur sehr wenig Geld für Telekommunikationslösungen ausgeben.