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Heim und GartenNatur

Wie überstehen Igel den Winter?

Wie überstehen Igel den Winter?Wie überstehen Igel den Winter?

Im Winter haben viele Menschen die Sorge, dass Igel die kalte Jahreszeit nicht überstehen könnten und sammeln diese deshalb ein, sobald ihnen eines dieser Tiere über den Weg läuft. Die wenigsten Menschen wissen jedoch, dass ein gesunder Igel gar nicht auf menschliche Hilfe im Winter angewiesen ist. Ein Igel, der optisch groß, kräftig und rund ist, freut sich höchstens über einen geeigneten Unterschlupf im Garten und eine Schale Wasser. Futter hingegen ist nicht notwendig, da dies den Igel vom regulären Winterschlaf abhält und seine innere Uhr durcheinanderbringt.
Besonders Milch kann für einen Igel das Todesurteil bedeuten, da die Tiere eine Laktoseintoleranz haben und den Milchzucker somit weder abbauen noch verdauen können.

Warum kommen Igel in unsere Gärten?

Die Igel dehnen ihren Lebensbereich – wie übrigens auch andere Wildtiere – immer mehr auf urbane Bereiche aus, vermutlich weil sie aufgrund des Insektensterbens in Wald und Wiese nicht mehr ausreichend Nahrung finden.

Dass sie sich hiermit einer enormen Gefahr aussetzen, ist den Tieren natürlich nicht bewusst.

So kommt es, dass Igel auch ihren Winterschlaf in den städtischen Regionen abhalten und nicht selten einen Unterschlupf in unseren Gärten suchen, immerhin finden sich in naturbelassenen Gärten zuhauf von Insekten.

Igel im Garten
Warum kommen Igel in unsere Gärten? | Foto: © COATESY #283222912 – stock.adobe.com

So können wir dem Igel eine Hilfe sein

Unser Garten stellt für den Igel deshalb mittlerweile ein wichtiger Lebensraum dar, in welchem er ausreichend Futter findet – und deshalb nicht auf die Zugabe menschlicher Lebensmittel angewiesen ist. Spätestens ab Mitte/Ende Oktober reduziert sich das Nahrungsangebot drastisch, sodass der Igel sich auf den Winterschlaf einstellt und hierfür einen geeigneten Unterschlupf sucht.

Anstatt den Igel in dieser Jahreszeit mit Futterquellen zu versorgen, sollte man ihm viel eher einen Unterschlupf im naturbelassenen Garten bieten, beispielsweise indem man eine Kompostecke einrichtet, einen Laubhaufen übriglässt oder einen Holzstapel in einer ruhigen Ecke im Garten errichtet.
Nahrung finden die Igel an solche Stellen noch immer genug und können sich so am besten auf den Winterschlaf vorbereiten. Übrigens: Wer im eigenen Garten ein Igelnest findet, sollte dies auf keinen Fall zerstören oder umsetzen.

Der Igel gehört nach draußen

Wer den Igel im Garten in der kalten Jahreszeit versorgt und pflegt, macht es ihm im Frühjahr nicht gerade einfach. Deshalb sollte das Winterquartier eines Igels unbedingt im Freien eingerichtet werden. In der Regel schlafen Igel nämlich durch, bis auf ein paar wenige Unterbrechungen.

Wie tief ein Igel seinen Winterschlaf abhält, hängt von den äußeren Temperaturen ab.

Je milder der Winter, umso häufiger wacht der Igel auf und läuft umher. Bei abnehmenden Temperaturen schlafen die Tiere aber automatisch weiter. Man sollte sich deshalb nicht sofort um die Tiere sorgen. Lediglich Igel, die krank oder extrem geschwächt aussehen, brauchen Hilfe durch die menschliche Hand.
Doch hier ist Vorsicht geboten, dann Menschenkontakt bedeutet für den Igel purer Stress. Darum ist es wichtig, dass das Tier sich wirklich in einer hilflosen Lage befindet und man sich nicht nur beim Anblick täuscht.

Der Igel gehört nach draußen
Der Igel gehört nach draußen | Foto: © COATESY #312591248 – stock.adobe.com

Daran erkennt man, ob der Igel krank ist

Falls das Stachelkleid des Igels dünn oder schütter ist, ist dies ein zweifelsfreies Zeichen für ein erkranktes Tier. Auch taumelnde Bewegungen oder die Seitenlage sind für Igel ungewöhnlich und deuten darauf hin, dass Hilfe angebracht wäre. In diesen Fällen sollte man das Tier zum Tierarzt bringen.

Wer hingegen „nur“ einen mageren Igel findet, kann das Tier auch bei sich aufnehmen.

Oftmals irren Igel auch nach Wintereinbruch noch umher. Sollte man einen Igel bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost finden, darf man ihn ebenfalls bei sich aufnehmen und anschließend mit einem Handtuch, einer lauwarmen Wärmeflasche oder mithilfe einer warmen Taschenlampe etwas aufwärmen. Mit Katzenfutter aus der Dose in Kombination mit Igel-Trockenfutter und Eiern sowie Rinderhack, hilft man dem Tier, sich einen Winterspeck anzusetzen.

Speisereste, Obst, Gemüse und vor allem Milch sind hingegen ungeeignet bei der Versorgung eines Igels! Als Trinkquelle genügt eine Schale Wasser.

Der Ruf der Freiheit

Spätestens im Frühjahr sollte der Igel wieder ausgesetzt werden. Dies geschieht im Idealfall an genau derselben Stelle, wo man den unterernährten und unterkühlten Igel auch gefunden hat, denn Igel haben feste Reviere und bleiben ihren Standorten treu.
Eine Ausnahme bilden hier befahrene Straßen. Sollte man einen Igel an einer solche aufgegabelt haben, so sollte die Aussetzung entweder im Garten oder am Feld erfolgen, nicht aber im Wald! Dort fehlen Rückzugsmöglichkeiten für den Igel, wodurch sie schnell zur Beute für Greifvogel werden.