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GesellschaftWirtschaft

Arbeitsmarkt in Deutschland: Beschäftigte sind immer wechselfreudiger

Beschäftigte sind immer wechselfreudigerArbeitsmarkt in Deutschland: Beschäftigte sind immer wechselfreudiger Foto: © djrandco #185034337 – stock.adobe.com

Insbesondere Berufstätige in sogenannten systemrelevanten Berufen erlebten bei der Corona-Pandemie, wie belastend ihr eigener Job sein kann. Diese Erkenntnis bewegt immer mehr Betroffene dazu, nach neuen Jobs Ausschau zu halten. Chancen für einen Jobwechsel sind auf dem aktuellen Arbeitsmarkt schließlich sehr gut.

Deutliche Zunahme der Wechselbereitschaft

Die Wechselbereitschaft deutscher Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nimmt drei Jahre nach dem ersten Corona-bedingten Lockdown deutlich zu.

Einer Umfrage zufolge stimmen nur 55 Prozent aller Umfrageteilnehmer der Aussage zu, davon auszugehen, in zwölf Monaten noch immer beim gleichen Arbeitnehmer beschäftigt zu sein.

Diese Erhebung geht aus einer aktuellen Befragung des Beratungsunternehmens Gallup hervor. Vor drei Jahren belief sich der Anteil noch auf knapp 75 Prozent. Daraufhin sank der Wert auf unter 60 Prozent. Bereits seit geraumer Zeit verweist Gallup immer wieder auf stetig zunehmende Unzufriedenheit mit Führungskräften sowie deutlich abnehmendes Mitarbeiter-Engagement.

Wechselbereitschaft deutscher Arbeitnehmer
Die Wechselbereitschaft deutscher Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nimmt drei Jahre nach dem ersten Corona-bedingten Lockdown deutlich zu Foto: © Kateryna #580881874 – stock.adobe.com

Jobwechsel von Angestellten systemrelevanter Berufe

Insbesondere in systemrelevanten Berufen wie Rettungsdiensten oder der Pflege geht der stetig steigende Wechselwille wahrscheinlich mit erhöhten Belastungen einher, die sich während der Pandemie bemerkbar machten. Befragungen unter Mitarbeitern aus dem Rettungsdienst ergaben, dass insgesamt 58 Prozent aller Beschäftigten aufgrund der hohen Arbeitsbelastung davon ausgehen, ihrer Tätigkeit nur noch für maximal zehn Jahre nachgehen zu können.

Rund 25 Prozent aller Umfrageteilnehmer waren sogar der Ansicht, die beruflichen Herausforderungen nur noch für etwa fünf Jahre meistern zu können.

Jobwechsel von Angestellten systemrelevanter Berufe
Insbesondere in systemrelevanten Berufen wie Rettungsdiensten oder der Pflege geht der stetig steigende Wechselwille wahrscheinlich mit erhöhten Belastungen einher, die sich während der Pandemie bemerkbar machten Foto: © Halfpoint #245958208 – stock.adobe.com

Positive und negative Einflüsse durch Corona

Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung – das IAB – bekräftigt, dass Corona den Arbeitsmarkt sowohl positiv als auch negativ beeinflusst hat. Während die Digitalisierung einen deutlichen Schritt nach vorn machte, hatten andere Branchen deutlich das Nachsehen.

Wie Gallup auf Basis der eigenen Umfrage erklärt, hat sich mittlerweile bei den meisten Deutschen auch die Zuversicht erhöht, einen neuen Job zu finden. Der Studie zufolge sind über 80 Prozent aller befragten Arbeitnehmer:innen der Meinung, dass aktuelle eine „gute Zeit“ für eine erfolgreiche Jobsuche ist. Dieses Ergebnis ist der höchste Umfragewert seit 2009.

Robuste Verhältnisse auf dem deutschen Immobilienmarkt

Trotz der Corona-Pandemie sowie den Konsequenzen des russischen Angriffskriegs erwies sich der Arbeitsmarkt in Deutschland in jüngster Vergangenheit als äußerst robust.

Aktuell gibt es hierzulande kaum eine Branche, in der potentielle Arbeitnehmer nicht händeringend nach neuen Arbeitnehmern oder Führungskräften suchen.

Deshalb sei es zwingend erforderlich, dass die Unternehmen in Zukunft stärker um potentielle Mitarbeiter werben müssen. Diese Maßnahmen beschränken sich sowohl auf aktuelle als auch auf zukünftige Mitarbeiter. Kümmern sich Unternehmen hingegen nicht darum, sei ihre Wettbewerbsfähigkeit stark gefährdet.

Nachholbedarf für Führungskräfte

Besonderer Nachholbedarf besteht für Führungskräfte. Schließlich bestätigt die Befragung ebenfalls, dass etwa 40 Prozent aller Probanden nur mittelmäßig oder überhaupt nicht mit ihren Vorgesetzten zufrieden sind. Während der Befragung ermittelte Daten lassen darauf schließen, dass immer mehr Führungskräfte gefragt sind, um ihren Job besser zu erledigen und berufliche Herausforderungen motivierter zu meistern.