Forscher aus den USA haben festgestellt, dass Menschen, die lange auf einem Bein stehen können, gesünder und fitter sind. Der Flamingo-Test, der Stand auf einem Bein mit ruhiger Körperhaltung, informiert über Gesundheit und Fitness im Alter. Er gewinnt in der Medizin immer mehr an Bedeutung. Wie lange jeder auf einem Bein stehen sollte, hängt vom Lebensalter ab.
Inhaltsverzeichnis
Was ist der Flamingo-Test?
Der Flamingo-Test informiert darüber, wie lange Menschen beim Stand auf einem Bein in einer ruhigen Körperhaltung das Gleichgewicht halten können. Diese Fähigkeit ist ein Marker für körperliche Gesundheit und Fitness. Menschen, die besser die Balance halten können, haben ein geringeres Sturzrisiko, was sich positiv auf die Lebenshaltung auswirken kann.
Beim Flamingo-Test geht es darum, möglichst lange auf einem Bein zu stehen. Der Test sollte in einer sicheren Umgebung durchgeführt werden, in der kein Verletzungsrisiko besteht. Sinnvoll ist auch, dass sich in der Nähe ein fester Gegenstand befindet. So können sich die Personen beim Gleichgewichtsverlust festhalten.
Der Flamingo-Test mag einfach erscheinen, doch ist es nicht immer leicht, über mehrere Sekunden das Gleichgewicht zu halten.
Die Herausforderung besteht darin, Muskeln, Gelenke und Gleichgewicht zu koordinieren. Wer den Test ausführt, sollte den bevorzugten Fuß dafür wählen, der die Basis des Standbeins ist. Das Standbein ist beim Flamingo-Test leicht gebeugt, das andere Bein ist angewinkelt. Der Oberkörper sollte aufrecht sein.
Wer kann, sollte den Fuß des angewinkelten Beins mit einer Hand greifen und festhalten. Es ist auch möglich, die Hände in die Hüften zu stützen. Bei diesem Test wird die Zeit gestoppt, wie lange eine Person auf einem Bein stehen kann.

Flamingo-Test als wichtiges Messinstrument für das Alter
Für die Gesundheit und Lebenserwartung im Alter spielt das Gleichgewicht eine zentrale Rolle. Schätzungen zufolge leidet in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen jeder Achte unter Gleichgewichtsstörungen. Bei den Menschen, die älter als 85 Jahre alt sind, ist bereits jeder Zweite von Gleichgewichtsstörungen betroffen.
Gleichgewichts- und Gangprobleme erhöhen das Sturzrisiko.
Bei den Menschen, die 65 Jahre und älter sind, stürzt jeder Vierte schätzungsweise einmal im Jahr. Stürze sind die häufigste Ursache für nicht tödliche Unfallverletzungen bei den Menschen, die mindestens 65 Jahre alt sind. Stürze machen 56 Prozent der unfallbedingten Todesfälle aus.

Informationen des Flamingo-Tests über die Lebenserwartung
Das Risiko für Gleichgewichtsprobleme und Stürze im Alter resultiert in körperlichen Veränderungen. Die Forscher untersuchten in der Studie die Auswirkungen von Alterserscheinungen. Sie prüfen das Zusammenspiel von Gangbild, Muskelkraft, Kraft in den Knien und Gleichgewicht und dessen Veränderung im Laufe der Jahre. Auch Veränderungen beim Einbeinstand wurden untersucht.
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Kraft in den Knien und der Einbeinstand mit zunehmendem Alter verändern.
Die Kraft in den Knien nimmt spürbar ab, was sich auch in der Fähigkeit äußert, stabil auf einem Bein zu stehen. Der Flamingo-Test informiert über das Sturzrisiko und den Alterungsprozess.
Richtwerte beim Flamingo-Test abhängig vom Lebensalter
Bereits 2023 hat der britische staatliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) Richtwerte veröffentlicht, wie lange gesunde Menschen abhängig vom Lebensalter mindestens auf einem Bein stehen sollten:
- 18 bis 39 Jahre: 43 Sekunden
- 40 bis 49 Jahre: 40 Sekunden
- 50 bis 59 Jahre: 37 Sekunden
- 60 bis 69 Jahre: 30 Sekunden
- 70 bis 79 Jahre: 18 bis 19 Sekunden
- über 80 Jahre: etwas länger als 5 Sekunden
Trainieren für mehr Fitness
Um beim Einbeinstand länger durchzuhalten und damit den Gleichgewichtssinn und die Stabilität zu verbessern, lohnt es sich, zu trainieren. Wie andere Studien ergaben, ist das Risiko, in den nächsten zehn Jahren zu sterben, für Personen zwischen 50 und 60 Jahren, die keine zehn Sekunden auf einem Bein stehen können, fast doppelt so hoch.
Eine nützliche Übung ist der Stand auf einem Bein, bei dem sich die Person zur Unterstützung an die Wand lehnt oder an einem Stuhl festhält. Wenn das gelingt, kann der Stand in einer freistehenden Position erfolgen. Die Muskeln im Unterkörper können mit Gehen, Treppensteigen oder Radfahren gestärkt werden.














